Sassnitz - “Capri des Nordes”

Hafenstadt Sassnitz

In der zweiten Häfte des 19. Jahrhunderts befand sich der Fremdenverkehr in Sassnitz erst im Anfangsstadium. Der Ort war auch noch weit davon entfernt, eine Stadt zu sein. Stadt wurde Sassnitz erst im Jahr 1957. In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts verfügte Sassnitz nur einen kleinen Fischerhafen, dessen Ausbau erst 1883 begann. 1891 erfolgte dann der für Sassnitz so wichtige Anschluß an den Eisenbahnverkehr. Die Besucher von Sassnitz gelangten also in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in ein abgelegenes Fischerdorf am Unterlauf des Steinbaches. Der Fremdenverkehr hatte diese Landschaft schon erreicht. Aber der damit verbundene Badebetrieb nahm von seinen Anfängen um 1835 bis um 1860 im Fischerdorf Sassnitz und dem benachbarten Crampas nur einen bescheidenen Umfang an. In dieser Zeit logierten die Gäste in den Häusern der Einwohner.

Erst um 1860 begann die eigentliche Entwicklung von Sassnitz und Crampas zu immer stärker besuchten Seebadeorten. Wohnhäuser wurden erweitert sowie Pensionshäuser errichtet. Nach 1870 erfolgte ihr Ausbau und erste Hotels entstanden. In diesen 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts besuchte Louis Passarge Sassnitz. Darüber schrieb er: „Die Menschen leben hier so ruhig, so still zufrieden, daß es ihnen eben gar nicht einfällt zu eilen und zu jagen. Ja selbst der Gewinn reizt sie kaum. Der Fremde möchte außer sich gerathen über dieses Phlegma, wie er es nennt, diese Interessenlosigkeit.“ Seit dem sind viele Jahrzehnte vergangen, und wie überall : Zeitenwandel.

Nichts ist ewig, ewig nur ist die Veränderung, so hat sich im Auf und Ab der Geschichte nicht nur der Menschenschlag, sondern auch sein Umfeld gewandelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte man auf die Entwicklung der Industrie, der Kurortgedanke stand nicht mehr im Vordergrund. Nach und nach verfiel der Bädercharakter der Stadt. Erneute Wende in der Konzeption für die Stadt in der Nach-Wende-Zeit : Besinnung auf Bädertradition, neben einer Entwicklung als Industrie- und Wohnstandort. Auf diesem Wege geht es vorwärts in der Stadt, mal schnell, mal etwas langsamer. Dennoch sind aller Orten die Bemühungen deutlich zu sehen.

Villa in Sassnitz Kurplatz Sassnitz  Rügen Galerie

Mit der Eröffnung der Rügen-Galerie und seiner Geschäfte vor mehr als einem Jahr wurde das Zentrum der Stadt Sassnitz ein attraktiver Anziehungspunkt zur Freude der Bürger, der Mieter und der Touristen. Auf rund 5.600 Quadratmetern Geschäftsfläche im Erd- und im Obergeschoß findet der Kunde verschiedene gastronomische Einrichtungen, einen Lebensmittel- und Drogeriemarkt, Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Bäcker, Fleischer, spezielle Textilanbieter, eine Apotheke, Blumen, einen Hörgeräte-Akustiker, Buchhandlung und Presseshop, ein Fitness-Studio, Ärztepraxen, Schmuckgeschäft und einen Getränkeladen. Oberhalb der Passage finden die Autofahrer ausreichende Parkmöglichkeiten.

Verträumt und beschaulich wirkt die Altstadt von Sassnitz. Kleine Gassen, hübsch hergerichtete Häuser, gemütliche Restaurants und die angrenzende Strandpromenade laden zum Verweilen ein. Sehenswert ist auch der kleine Fischerei- und Ausflugshafen der Stadt. Von hier aus beginnen Schiffstouren entlang der imposanten Kreideküste Rügens. Besuchen Sie die regionalen Fischrestaurants im Hafen oder spazieren Sie auf der längsten Aussenmole Europas. Der Hafen Sassnitz bietet neben dem Hafenmuseeum, dem U-Boot, der Töpferei am Hafen, viele Sehenswürdigkeiten. Im Westhafen befindet sich das bekannte Fischwerk “Rügen-Fisch”.

image  U-Boot Museum Sassnitz  schiffsfahrt sassnitz

Eine Alternative zum Hafentrubel bietet der Tierpark der Stadt. Hier kann man Wölfen Aug’ in Aug’ gegenüber stehen. Wesentlich friedlicher sind die selten gewordenen weißen Jämtland-Ziegen mit dem langen Haarkleid, die man ein paar Gehege weiter besuchen kann. Sehenswert auch der Naturlehrpfad, den die hiesige Umweltschule gemeinsam mit dem Tiergarten eingerichtet hat und so ganz nebenbei Wissenswertes aus der Natur der Umgebung vermittelt. Die Zwiesprache mit Pflanz´und Tier gibt neue Kraft für´s Weiterwandern.

Sassnitz ist nicht zuletzt durch seine direkte Lage zum Nationalpark “Jasmund” der ideale Ausgangspunkt für Touren zum berühmten Königsstuhl. Entlang der “Wissower Klinken”, führt Sie der Wanderweg am Hochufer entlang.

Wie sagte schon Theodor Fontane: “Denn nach Rügen reisen, heisst nach Sassnitz reisen”.

Kreideküste Insel Rügen