Die kleine “Schwesterinsel” Ummanz ist auch nicht “ohne” - zu jeder Jahreszeit

Die zwischen Rügen und Hiddensee gelegene Insel Ummanz ist seit dem Jahr 1901 über eine 250 Meter lange Brücke mit der Halbinsel Lieschow verbunden. Über diese Halbinsel, die zur Gemeinde Ummanz gehört, kann man bequem mit dem Auto oder per Rad nach Ummanz gelangen. Die Insel umfasst eine Fläche von 20 Quadratkilometern und gehört zu den besonders dünn besiedelten Gebieten des Landkreises Rügen. Beim Durchstreifen der flachen Ummanzer Landschaft kann man vielerorts auch noch rohrgedeckte Häuser sehen.  Als erstes Ergebnis konnte in Waase, dem Tor zur Insel Ummanz, im Jahr 1999 ein kleines Museum in der einstigen Küsterei eröffnet werden. Es ist in der Nähe der Kirche zu finden.

Als man im 19. Jahrhundert auch in Stralsund begann, mit der Zeit des Bildersturms in der Reformation anders umzugehen, als es zuvor der Fall war, wurde man sich auch des Wertes des Altars in der Ummanzer Kirche bewusst. Stimmen wurden laut, die nicht nur bedauerten, dass der kostbare Altar nicht mehr in der Hansestadt war, sondern auch dessen Rückführung forderten. Doch nach wie vor können Sie dieses herrliche Kunstwerk in Waase bestaunen. Nun gibt es aber noch weitere Sehenswürdigkeiten, für die sich ein Ummanz - Besuch auf jeden Fall lohnt. Von Sehenswürdigkeiten kann aber wohl nicht richtig die Rede sein. Vielmehr handelt es sich um Tiere, genauer gesagt um den “Vogel des Glücks” - den Kranich.

Ummanz ist ein bedeutender Rast- und Schlafplatz für diese Tiere. Die Udarser Wiek bietet einen idealen Schlafplatz mit ruhigen Gewässern. Zwei mal im Jahr kann der Kranichzug auf der Insel Ummanz und auf der Insel Rügen bestaunt werden. Im Herbst, um den Oktober machen sich rund 70.000 Kraniche aus ihren Brutgebieten in Nordeuropa auf den langen Weg in den Südwesten unseres Kontinents. Die Rufe ihrer in faszinierenden Formationen fliegenden Schwärme gehören zu den beeindruckensten der Natur. Im März sind sie wieder zu hören - diesmal auf dem Flug in die entgegengesetzte Richtung. Ein Teil dieser 70.000 Kraniche verweilt auf dem Weg in wärmere Gefilde und im Frühjahr auf ihrem Rückweg nach Skandinavien, eben auch auf den Inseln Ummanz und Rügen. Tagsüber äsen sie auf den abgeernteten rügenschen Feldern, während sie am Abend in langen Ketten zu ihren Schlafplätzen in der Udarser Wiek zurückkehren. Je nach Wasserstand schlafen sie dann, bis zu den “Knien” im Wasser stehend, nahe am Land oder weiter draussen. Ein idealer Tipp übrigens auch für einen romantischen Abendspaziergang durch die Landschaft der Insel Ummanz.

Ummanz PferdekoppelPfarrscheune Ummanz