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Die zwischen Rügen und Hiddensee gelegene Insel Ummanz ist seit dem Jahr 1901 über eine 250 Meter lange Brücke mit der Halbinsel Lieschow verbunden. Über diese Halbinsel, die zur Gemeinde Ummanz gehört, kann man bequem mit dem Auto oder per Rad nach Ummanz gelangen.
Die Insel umfasst eine Fläche von 20 Quadratkilometern und gehört zu den besonders dünn besiedelten Gebieten des Landkreises Rügen. Beim Durchstreifen der flachen Ummanzer Landschaft kann man vielerorts auch noch rohrgedeckte Häuser sehen. Für die Aufarbeitung der Ummanzer Geschichte engagiert sich schon seit Jahren Christine Franke. Als erstes Ergebnis konnte in Waase, dem Tor zur Insel Ummanz, im Jahr 1999 ein kleines Museum in der einstigen Küsterei eröffnet werden. Es ist in der Nähe der Kirche zu finden.
Gleich neben dem Museum, im so genannten Stall, befindet sich die Ummanz - Information, in der Christine Franke arbeitet. Hier sind Sie mit all Ihren Fragen und Wünschen am genau richtigen Ort. Frei nach dem Motto "kieken un köpen" können Sie als Ummanz - Besucher in diesen
Räumlichkeiten auch heimische Produkte erstehen. So finden sich hier neben zahlreichen Büchern, Karten, Ummanz - Keramik, Schafwolle und selbstgestrickten Socken auch spirituose Köstlichkeiten. Liköre aus Ummanzer Wildfrüchten, wie Brombeeren und dem für Rügen so typischen Sanddorn, sollten in jedem Heim - Reisekoffer vertreten sein. Ein besonderer Tipp ist der Sanddornwein, hocharomatisch, kräftig und sehr fruchtig schmeichelt dieser dem Gaumen.
Wenn Sie hier weilen, dann sollte ein Besuch der überaus sehenswerten Kirche gegenüber eigentlich zur Selbstverständlichkeit gehören. Leider gibt es keine festen Öffnungszeiten. Jedoch sollten interessierte Besucher die Möglichkeit nutzen, nach telefonischer Absprache mit dem Pfarramt Gingst (Telefon 03 83 05 / 3 28), einen Kirchenrundgang durchzuführen. Denn ein weit und breit einmaliger Schatz kann dort bewundert werden.
Es handelt sich um einen äußerst wertvollen gotischen Schnitzaltar, der wahrscheinlich um 1520 in Antwerpen entstand. Natürlich war er ursprünglich nicht für die damals recht arme Kirchgemeinde bestimmt. Vielmehr gelangte er in die Hansestadt Stralsund und von dort Anfang des 18. Jahrhunderts nach Waase.
Als man im 19. Jahrhundert auch in Stralsund begann, mit der Zeit des Bildersturms in der Reformation anders umzugehen, als es zuvor der Fall war, wurde man sich auch des Wertes des Altars in der Ummanzer Kirche bewusst. Stimmen wurden laut, die nicht nur bedauerten, dass der kostbare Altar nicht mehr in der Hansestadt war, sondern auch dessen Rückführung forderten. Doch nach wie vor können Sie dieses herrliche Kunstwerk in Waase bestaunen.
Nun gibt es aber noch weitere Sehenswürdigkeiten, für die sich ein Ummanz - Besuch auf jeden Fall lohnt. Von Sehenswürdigkeiten kann aber wohl nicht richtig die Rede sein. Vielmehr handelt es sich um Tiere, genauer gesagt um den "Vogel des Glücks" - den Kranich. Ummanz ist ein bedeutender Rast- und Schlafplatz für diese Tiere.
Die Udarser Wiek bietet einen idealen Schlafplatz mit ruhigen Gewässern. Zwei mal im Jahr kann der Kranichzug auf der Insel Ummanz und auf der Insel Rügen bestaunt werden. Im Herbst, um den Oktober machen sich rund 70.000 Kraniche aus ihren Brutgebieten in Nordeuropa auf den langen Weg in den Südwesten unseres Kontinents. Die Rufe ihrer in faszinierenden Formationen fliegenden Schwärme gehören zu den beeindruckensten der Natur. Im März sind sie wieder zu hören - diesmal auf dem Flug in die entgegengesetzte Richtung. Ein Teil dieser 70.000 Kraniche verweilt auf dem Weg in wärmere Gefilde und im Frühjahr auf ihrem Rückweg nach Skandinavien, eben auch auf den Inseln Ummanz und Rügen. Tagsüber äsen sie auf den abgeernteten rügenschen Feldern, während sie am Abend in langen Ketten zu ihren Schlafplätzen in der Udarser Wiek zurückkehren. Je nach Wasserstand schlafen sie dann, bis zu den "Knien" im Wasser stehend, nahe am Land oder weiter draussen.
Ein idealer Tipp übrigens auch für einen romantischen Abendspaziergang durch die Landschaft der Insel Ummanz. Oder Sie nutzen den Aussichtsstandort Tankow. Ein höher gelegenes Holzhäuschen bietet hier Einblick in die Welt der Kraniche. Aufgestellt wurde dieses Häuschen übrigens vom Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft, zu dem auch die Insel Ummanz gehört. Die "Betreuung" hat Familie Heenemann übernommen, sie führen auch die kleine gemütliche Pension "Zum Kranich" wenige Meter entfernt.
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